lunedì 29 febbraio 2016

Canto degli Spiriti sopra le acque

Johann Wolfgang GoetheGesang Der Geister Über Den Wassern   

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.

Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.

Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin.
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.

Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!            

lunedì 25 novembre 2013

Vivamus, mea Lesbia, atque amemus

Catullo carme V
Vivamus, mea Lesbia, atque amemus 
Rumoresque senum severiorum 
Omnes unius aestememus assis. 
Soles occidere et redire possunt: 
Nobis cum semel occidit brevis lux, 
Nox est perpetua una dormienda. 
Da mi basìa mille, deinde centum, 
Dein mille altera, dein secunda centum 
Deinde usque altera mille, deinde centum. 
Dein, cum milia multa fecerimus, 
conturbabimus illa, ne sciamus, 
aut ne quis malus invidere possit, 
cum tantum sciat esse basiorum. 

giovedì 24 ottobre 2013

Carpe Diem

Tu ne quaesieris, scire nefas, quem mihi quem tibi

Tu ne quaesieris, scire nefas, quem mihi, quem tibi
finem di dederint, Leuconoe, nec Babylonios
temptaris numeros. Ut melius, quidquid erit, pati,
seu pluris hiemes seu tribuit Iuppiter ultimam,
quae nunc oppositis debilitat pumicibus mare
Tyrrhenum! Sapias, vina liques et spatio brevi
spem longam reseces. Dum loquimur, fugerit invida
aetas. Carpe diem, quam minimum credula postero.